Der größte Mythos: „Ohne Fußbodenheizung geht nichts“
Das hören wir am häufigsten – und es stimmt nicht. Moderne Wärmepumpen arbeiten auch mit normalen Heizkörpern effizient, solange die Vorlauftemperatur nicht über 55°C liegen muss. In den meisten Altbauten (Baujahr ab 1970) ist das der Fall, besonders wenn die Heizkörper großzügig dimensioniert sind.
Was hilft: Einzelne zu kleine Heizkörper gegen größere tauschen. Das kostet wenige hundert Euro pro Raum und reicht oft aus, um die Vorlauftemperatur unter 55°C zu bringen.
Welche Wärmepumpe für welchen Altbau?
| Wärmepumpen-Typ | Ideal für | Kosten (inkl. Einbau) |
|---|---|---|
| Luft-Wasser | Die meisten Altbauten, einfache Nachrüstung | 25.000 – 35.000 € |
| Sole-Wasser (Erdwärme) | Große Grundstücke, hoher Wärmebedarf | 35.000 – 50.000 € |
| Wasser-Wasser | Grundwasser verfügbar, höchste Effizienz | 30.000 – 45.000 € |
| Hochtemperatur-WP | Unsanierter Altbau, >55°C Vorlauf | 30.000 – 40.000 € |
Für die meisten Altbauten empfehlen wir die Luft-Wasser-Wärmepumpe: Sie braucht keine Erdbohrungen, ist schnell installiert und bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. bee-doo setzt auf Markenmodelle mit natürlichem Kältemittel (R290 Propan) – das gibt zusätzlich 5% BAFA-Bonus.
Die 4 entscheidenden Fragen für Ihren Altbau
1. Wie hoch ist Ihr Gasverbrauch?
Ein Gasverbrauch unter 20.000 kWh/Jahr deutet auf ausreichende Dämmung hin – ideal für eine Wärmepumpe. Bei über 30.000 kWh sollte zuerst geprüft werden, ob einfache Dämmmaßnahmen (Kellerdecke, oberste Geschossdecke) den Verbrauch senken können.
2. Welche Heizkörper haben Sie?
Große Plattenheizkörper (Typ 22 oder 33) funktionieren gut mit Wärmepumpen. Kleine Rippenheizkörper aus den 60er Jahren müssen evtl. getauscht werden – das ist aber unkompliziert und günstig.
3. Wo steht das Außengerät?
Das Außengerät einer Luft-WP braucht ca. 1 m² und sollte mindestens 3 m vom Nachbarfenster entfernt stehen. In engen Reihenhaussiedlungen kann das eine Herausforderung sein – wir prüfen das beim Vor-Ort-Termin.
4. Gibt es schon PV auf dem Dach?
Die Kombination PV + Wärmepumpe ist das Optimum: Im Sommer heizt die Wärmepumpe Ihr Warmwasser mit kostenlosem Solarstrom. Im Winter senkt der PV-Eigenverbrauch die Heizkosten zusätzlich. Mehr dazu: PV + Wärmepumpe: Das perfekte Duo
Sie zahlen schon für Strom — warum nicht für Ihren eigenen?
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Jetzt vergleichen →Muss ich vorher dämmen?
Nicht zwingend – aber es hilft. Die gute Nachricht: Auch Teilmaßnahmen bringen viel. Die Kellerdecke zu dämmen kostet ca. 3.000–5.000 € und senkt den Wärmebedarf um 5–10%. Die oberste Geschossdecke zu dämmen bringt ähnlich viel. Beides zusammen kann den Unterschied zwischen „Wärmepumpe funktioniert“ und „Wärmepumpe funktioniert optimal“ machen.
Eine komplette Fassadendämmung ist in den meisten Fällen nicht nötig und rechnet sich oft erst nach 20+ Jahren. Wir beraten Sie ehrlich, welche Maßnahmen für Ihr Haus sinnvoll sind.
Praxis-Tipps aus über 500 Installationen
- Hydraulischen Abgleich machen lassen: Kostet 400–800 €, spart aber 10–15% Heizkosten und ist für BAFA-Förderung Pflicht.
- Vorlauftemperatur schrittweise senken: Starten Sie mit 50°C und senken Sie alle 2 Wochen um 2°C. So finden Sie den optimalen Wert für Ihr Haus.
- Warmwasser separat betrachten: Ein Warmwasser-Wärmespeicher mit 300 Litern reicht für 4 Personen. Die Wärmepumpe erwärmt ihn nachts, wenn der Strom günstig ist.
- Pufferspeicher nicht zu groß wählen: 500–800 Liter reichen für die meisten Altbauten. Größere Speicher erhöhen nur die Verluste.
Wann eine Wärmepumpe schwierig wird
Ehrlichkeit gehört dazu: In wenigen Fällen ist eine Wärmepumpe nicht die beste Lösung. Das betrifft vor allem völlig unsanierte Vorkriegsbauten mit Einzelraumheizungen und Gasverbrauch über 40.000 kWh/Jahr. Hier kann eine Hybridlösung (Wärmepumpe + bestehender Gaskessel als Spitzenlastabdeckung) der bessere Einstieg sein.
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